Mittwoch, 9. Juli 2008

Le King est de retour!

Diese in den Medien verbreitete Punchline wurde einst vom Film-Comeback eines Jean-Claude Van Dammes in Frankreich ausgelöst. Mitte 2008 schaffe ich es auf die Bühne meines eigenen Films zurück. Dazwischen gab es eine Episode, die niemand wirklich gesehen hat außer mir.
Bevor ich Strasbourg verließ, verbrachte ich noch vier wunderschöne Tage mit Elos Familie in der Basse-Normandie.

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Momentan arbeite ich intensiv am Forschungsbericht meiner Studie über die CouchSurfing-Community. Offensichtlich hat sich mein wissenschaftliches Interesse mittlerweile bis zum Gründer der Webseite durchgesprochen, denn eine meiner Interview-Partnerinnen erzählte Casey im Rahmen eines internationalen Surfer-Treffens von meinem Vorhaben.
Wie ihr seht, denke ich wenig über Strasbourg und mein Semester nach. Noch steht die Forschung im Vordergrund. Aber ich bin gut angekommen, der Umzug mit meinen Eltern hat funktioniert, das erste deutsche Frühstück schmeckte hervorragend und pleite bin ich auch nicht mehr. Ab und zu leiste ich persönliche Erinnerungsarbeit: Ich lasse Fotos entwickeln, blättere in meinen Aufzeichnungen und lese einen französischen Roman über Tourismus: "Plateform."
Aber im Großen und Ganzen dominiert die schreckliche Einsicht: La vie continue, comme tous les étés...

Eine Sache hat sich für immer verändert. Nie werde ich je wieder schwachen Kaffee anrühren.

Sonntag, 15. Juni 2008

"Broken from the weekend, but in an exceedingly satisfactory way"

Ich bin zurück von einem besonderen Wochenende in Heidelberg. Das "Feld" hat mich kalt erwischt, ich bin müde, pleite und zittrig. Die letzten Nächte waren kurz und boten wenig Möglichkeit zur Erholung. Der Titel dieses Beitrags beschreibt den Gefühlszustand von Clarissa im Anschluss an dieses Wochenende.
Sie hat die 4 Tage in der Rolle des Host erlebt, d.h. sie hat es ihren Besuchern so bequem wie möglich gemacht, Aufgaben und Pflichten zurückgestellt und versucht, so viel Zeit wie möglich mit den CouchSurfern vor Ort zu verbringen. Ich hatte eine doppelte Mission in Heidelberg: Ich erlebte das Wochenende zunächst aus der Perspektive des Surfers. Für mich bedeutete dies aber sowohl eine spannende Zeit voller Entdeckungen und Unternehmungen mit ihr und dem zweiten Besucher, Peter, als auch das Vorhaben, diese Erlebnisse später zu dokumentieren, reflektieren und in die Beobachtungsanalyse mit einfließen zu lassen.
Erschwerend kam hinzu, dass ich zeitgleich am facettenreichen Symposium der Heidelberger Ethnologie-Studierenden teilnahm. Als Besucher der Vorträge und Events war ich tagsüber zumeist beschäftigt und stieß so abends zu den ausgelassenen Surfern der Stadt und ihren Gästen hinzu. Clarissa, Peter und ich unternahmen jeweils Samstag- und Sonntagabend lange Kneipentouren, kehrten also spät in ihre Wohnung in HD-Kirchheim zurück. Dementsprechend erledigt bestritt ich die Diskussionsrunden und Unternehmungen rund ums Thema: "Ethnologie. Grenzenlos?" des Symposiums. Nichtsdestotrotz erlebte ich dieses Wochenende sehr intensiv. Gerade weil ich ständig unterwegs war, animiert von methodologischen Debatten des Vormittags, die plötzlich direkte Relevanz erhielten, sobald ich abends erneut in die Gemeinschaft der CouchSurfer aufgenommen wurde.
Ich verneige mich vor der lokalen Community, welche den Surfern, (Stadtbummler, Backpacker, Radfahrer etc.) alles bietet; von heimatkundlichem Wissen, über Lebenserfahrung bis hin zu Gesellschaft bei Kneipentouren. Vor allem möchten die Locals Zeit mit ihren Gästen verbringen, Geschichten hören und erzählen, gemeinsam von der freien Zeit am Wochenende profitieren. Clarissa und ich verbrachten den ersten Abend nach einem deprimierenden Fußballspiel bei ihr, tranken am Folgetag gemeinsam Kaffee, probierten bizarre Kleidungsstücke bei American Apparell an und frühstückten am Sonntag Morgen mit einigen anderen CouchSurfern bei Diana, verantwortungsbewusste Drahtzieherin ("Ambassador") der regelmäßigen Aktivitäten der Gruppe.
Bald wussten die Surfer von meiner zweiten Identität als Forscher. Sie reagierten neugierig und kooperativ. So konnte ich die Umfrage beginnen. Der Fragebogen umfasst mittlerweile 3 Seiten, da ich Open-End Fragen hinzugefügt habe: Ich hoffe, bald einen Überblick über die Motivation sowie Wohnsituation einiger Surfer erstellen zu können. Letztendlich musste ich davon absehen, Fragebögen lediglich in Strasbourg zu verteilen (begrenzte Population), denn auf diese Weise würde die Zahl der auswertbaren Fragebögen erheblich sinken.
Mit diesen Überlegungen beende ich diese unbefriedigende Rekonstruktion des Wochenendes. Das Foto zeigt die Gruppe am Spätabend nach dem verlorenen Match gegen Kroatien.
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Die Niederlage konnte jene Reisenden aus den USA, Neuseeland, Australien und Canada und mir nicht den Abend vermiesen, so unterhielt ich mich anschließend mit Brett und Phil über die miese und erfolgslose Ureinwohner-Politik der kanadischen sowie australischen Regierung. Was mich erneut überraschte, ist die Spontaneität dieser kurzweiligen Beziehungen. Die Themen wechselten rasand, doch immer konnte jemand etwas zur gruppeninternen Diskussion beitragen. Haben wir doch alle auf dem gleichen Gebiet, nämlich interkultureller Austausch, wichtige Erfahrungen gesammelt.

Das Thema meiner Feldforschung stieß bei den Ethnologen und Kulturwissenschaftlern auf Neugierde und moderatem bis starken Interesse. Ich sprach mit Nadia Munter, einer Ethnologiestudentin aus Wien, deren Magister-Arbeit über Kletter- und Extremsporttourismus aus anthropologischer Sicht voraussichtlich im kommenden Winter veröffentlicht wird. Persönliches Fazit des Ethnologie-Symposiums: Die Studierenden vernetzen sich, ebenso wie ihr Untersuchungsgegenstand, der sich zunehmend im eigenen Umfeld bewegt. Die Ethnologie kann durchaus Phänomene der Moderne untersuchen und wichtige Erkenntnisse in die Debatte über Globalisierung und Identität in der multikulturellen Gesellschaft einspeisen!

Dienstag, 10. Juni 2008

Was macht er da?

Darf ich kurz den aktuellen Header meines Blogs erklären? Es handelt sich um den wunderschönen Rock von Sérène, die bei Sophies letzter Hausparty anwesend war. Die Rechte erhielt ich von Eloisia, das Model wurde jedoch nicht um Erlaubnis gefragt. Aber wer sich in die Öffentlichkeit begibt, darf sich nicht wundern, auch beobachtet zu werden.

Alles, was in der Öffentlichkeit geschieht, darunter fallen Café-Besuche, Fußballspiele im Park, die Benutzung von Münztelefonen usw., kann beobachtet werden. Und beobachtet wird ständig. Geschieht es jedoch unter Berücksichtigung bestimmter Regeln, wird also systematisch beobachtet, dann kann es sich um eine ethnographische Beobachtung handeln. Auch CouchSurfer treffen sich in aller Öffentlichkeit, in Bars, auf Universitätswiesen oder zum Pokern. Um letztere Form der Interaktion beobachten zu können, muss man jedoch eingeladen werden. Sollte der Austragungsort die Wohngemeinschaft des Gastgebers sein. Wird zwischen Tresen und Kundentoilette gepokert, braucht der Ethnologe keine offizielle Einladung. Interessant ist, dass diese Meetings vorrangig vollkommen informell sind; jeder kann kommen, jeder bekommt die Chance, sich vorzustellen und die Sympathie der anderen zu erwerben. Ich habe noch immer keinem Meeting beigewohnt, treffe jedoch ständig CouchSurfer. Dann jedoch meistens für intimere Gespräche, denn Intimitäten werden meistens face-to-face ausgetauscht, trotz aller Offenheit der Mitglieder. Das nötige Vertrauen für einen verbalen Austausch muss erst aufgebaut werden - beispielsweise beim typischen Hosting, also wenn ein CouchSurfer einen Reisenden für ein bis zwei Nächte beherbergt. Zu dieser Austauschsituation hat der Ethnologe keinen Zugang, alle Inhalte der intimen Diskussion dürfen nicht veröffentlich werden, aus forschungsethischen Gründen. Und weil das einfach nicht das Bier des Forschers ist.

Wieso mache ich mir diese Gedanken? Weil ich mich meinem ersten Forschungsterrain nähere, gedanklich wie auch physisch. Das Terrain konstituiert sich aus einer virtuellen Komponente, das Internetnetzwerk, und der Realität seiner Mitglieder. Ähnlich wie die Forscherin Paula Bialski, deren Master-Arbeit eine ethnographisch-soziologische Analyse dieser neuen Form des Tourismus darstellt, möchte ich methodologisch offen an die Untersuchung herangehen. CouchSurfing bedient sich einer modernen Technologie, aber ist viel mehr als ein virtuelles Netzwerk von sozialen Verbindungen und Freundschaften. Der wahre Austausch findet nachts, bei langen Gesprächen, morgens, beim gemeinsamen Frühstück oder abends, bei einem kühlen Bier in der Lieblingskneipe statt. Bevor der Besucher die Intimssphäre, die Mentalität seines Gastgebers und womöglich seine Sorgen kennenlernt, muss der Gastgeber den Besucher als glaubwürdig und vertrauensvoll einstufen. Diese Vorbereitung erfolgt unter Verwendung der vom Besucher veröffentlichten Charakteristik seiner Person, auf Grundlage dessen der Empfänger eine Entscheidung trifft. Der erste Akt des Vertrauens findet also (mit Ausnahmen) online statt. Die Auswahl der Methoden müssen also den unterschiedlichen Rahmenbedingungen in Internet und Realität Rechnung tragen.

Dieser reflexive Abstract soll neugierig auf die Resultate meiner Feldforschung machen.

Ich weise darüber hinaus auf neue Links in der rechten Spalte hin - direkt unter dem Wetter-Ticker: Triin's personal account of Strasbourg, Frieda's tales of love between the electro-waves and Paula Bialski's theory of Intimate Tourism!

Dienstag, 3. Juni 2008

Passe d'arme!

Noch kann man sich das exklusive und einmalige Schauspielerdebut Passe d'arme kostenfrei herunterladen!
Die Handlung kreierten die vier Schauspieler in freier Improvisation sowie die packende Atmosphäre im Film selbst aus spontaner Kreativität entstand.
Leider gibt es noch keine deutsche Version des Kurzfilms. Aber ich sage ja eh nicht viel.

Schauspieler:
Sophie Balland P1050228
Eloisia Weber P1050243
Thomas George P1050231
Lukas Ley P1050247

Donnerstag, 22. Mai 2008

Les finitions...

... de mon semestre à Strasbourg.
Eigentlich ist die heiße Endphase schon vorbei. Ich spreche von den Prüfungen und Klausuren, welche hauptsächlich im Mai von den französischen Studierenden absolviert werden. Nach fünf Prüfungen habe ich alle Leistungen erbracht, die ich mir vorgenommen hatte. J'ai fini. Aber wer weiß, was mich im letzten Monat noch erwartet. Aufgaben und Herausforderungen tauchen ohnehin irgendwann auf. Derzeit bereite ich mich auf eine kleine Feldforschung ("Couchsurfing") vor, doch zu Thema und Durchführung bald mehr.
In diesem Beitrag möchte ich etwas genauer auf die Prüfungsmodalitäten an der Université Marc Bloch eingehen. Wie wird geprüft, wie schwierig schätze ich die Prüfungsinhalte ein, wie wird benotet?

Ich habe an vier schriftlichen Prüfungen teilgenommen. Da manche Seminare von zwei Dozenten mit unterschiedlichen thematischen Spezialgebieten konzipiert und durchgeführt wurden, wird zumeist eine "Dissertation", also eine Art Essai, zu beiden Schwerpunkten erwartet. So erlebt im gestrigen "Oral" unter Leitung der Professoren Somet und Navet. Diese mündliche, ca. 40 minütige Prüfung habe ich mit der Note 11 bestanden. Zur Erklärung: Die Bewertung richtet sich nach dem Notensystem: 0-20; je höher, desto erfolgreicher. Alle schriftlichen Prüfungen, an denen ich teilgenommen habe, dauerten 2 Stunden. Ein Blick auf die Terminliste für die Examen in den Semestern 1-6 zeigt, dass zweistündige Prüfungen üblich sind, 2 Stunden also der Modalwert ist und nur selten von dieser Richtzeit abgewichen wird (evtl. bei Sprachkursen oder Statistikklausuren). In zwei Stunden schreibe ich ca. 4 Seiten, welche genau einen Bogen füllen. Persönlichen Umfragen zufolge ist das gar nicht mal wenig, sondern vielmehr eine normale Länge.
Wie ich bereits erwähnte, wird auf zur Verfügung gestellte Standardbögen geschrieben, welche ein hohes Maß an Objektivität der Benotung sichern, da Name und Matrikelnummer bei der Korrektur nicht eingesehen werden können. Diese Prozedur hatte ich anfänglich nicht ganz verstanden, somit werden meine Dozenten vorm Korrigieren nicht wissen, dass der Verfasser ERASMUS-Student ist. Die wichtige Information befindet sich nämlich dummerweise direkt unter meinem Namen. Fehler und Art der Ausführungen werden jedoch alsbald verdeutlichen, dass der Prüfling nicht der französischen Sprache mächtig und höchst freundlich zu bewerten ist...

Parent-

Voici die Aufgabenstellung von Madame Clerc-Renaud, dessen Seminar über Verwandtschaftsethnologie ich besuchen durfte. Eine etwas hektische Dame mittleren Alters mit der seltenen Fähigkeit, die Aufmerksamkeit aller Besucher eines Seminars für pausenlose zwei Stunden auf sich zu ziehen. Ihre Analysen sind interessant, fundiert und humorvoll. Dementsprechend viel erwartet sie scheinbar von ihren Prüflingen. Die Klausur war mit Abstand die schwerste meiner Studien und ich am schlechtesten vorbereitet - zur Verteidigung möchte ich auf das Blockseminar in Münster hinweisen sowie die Lernstrapazen angesichts der für den nächsten Tag anberaumten mündlichen Prüfung. Auch Sophie und Elo verließen den riesigen Vorlesungssaal, in welchem zeitgleich Teilnehmer anderer Seminare geprüft wurden, mit Kopfschmerzen. Den Studierenden wird viel Spielraum gelassen, jedoch muss man über ein großes theoretisches Wissen verfügen sowie zahlreiche Beispiele kennen, um adäquat auf die Fragen antworten zu können.
Die erwähnte Dozentin betreut ebenfalls Sophie und Elo bei der Fertigstellung ihres License-Mémoirs (der BA-Arbeit). Die Themen dieser Feldforschungs-Resulate nur am Rande: "Transmission des savoirs et techniques des luthiers pratiquant à Strasbourg" und "Pratiques funéraires à Strasbourg" (leider nur grobe Beschreibung).

Noten erfahre ich leider erst im Juni, aber selbstverständlich werde ich das Minimum an Punkten für die Anerkennung meines ERASMUS-Studiums erreichen... Ich bin sehr zufrieden mit den bisherigen Leistungen und ich berücksichtige dabei die Freiheiten, die ich mir hier als Student, auch in der Lernphase, gerne genommen habe.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Aller-Retour

Sehr geehrte Freunde,
ich habe die Ehre, euch einen großartigen Beitrag zu meinem Blog vorzustellen: Ein Stück Kunst, eine persönliche Ode an die Stadt Strasbourg, ihren Charme und andere inspirative Gaben.
Und es ist eine Französin aus der Region, die dieses Ambiente erlebt und in Worte fasst. Marie Mangold beschreibt gekonnt ihr Umfeld und ihm geschuldetes Gefühlschaos, dabei reimt sie Dekadenz und Authenzität dieser Stadt zusammen. P1030054
Für ihre Gedichte über die Kabylie, die Kultur der Berber und Kabylen, wurde sie gebeten, anlässig eines internationalen Festivals der nordafrikanischen Musik, einige ihrer Werke vorzutragen. Zudem wurde sie kürzlich von Radio Pluriel interviewed, im Rahmen des Gesprächs wurden einige ihrer einfühlsamen und ehrlichen Gedichte verlesen.
Aber überzeugt euch selbst von ihrer Fertigkeit, meine Analysen sind ja doch nicht objektiv. Auf Anfrage darf ich in der Rubrik "A propos..." ein Gedicht über diese sympathische Stadt veröffentlichen.
Voici la véritable poésie strasbourgeoise...

Samstag, 3. Mai 2008

Cette salle est placée sous surveillance!

Wir befinden uns mitten in der Klausurphase.
Seit zwei Wochen dreht sich alles um die "Révision". Wer faulenzt, wird belächelt. Ich habe mich ebenfalls in die Bibliothek begeben und einige Résumés meiner Mitschriften angefertigt. Aber aufgrund des eher lockeren Studiums der Soziologie am IFS Münster fällt mir stures Auswendiglernen relativ schwer.
Und die gestrige Klausur ("Partiel" im Format einer "Dissertation") schien dieses Wissen auch gar nicht abrufen zu wollen. M. Bronner, Professor an der Sorbonne und in Strasbourg und Verteidiger einer naturalistischen Ansicht der sozialen Verhaltensweise des Menschen, verteilte mit ungewohnt trockener Miene die Kopien des Aufgabeblattes. Auf ihm stand kursiv geschrieben: "Warum reicht es nicht aus, Irrtümer als Reflexe zu beschreiben?" Diese Übersetzung ist eine Annäherung an seinen Wortlaut und erklärt keineswegs den Inhalt der Vorlesung mit dem attraktiven Titel De la sociologie à la psychologie. Es geht also um kognitive Fehlleistunden von Personen, die sowohl in psychologischen Experimenten als auch im wahren Leben Anzeichen von blanker Irrationalität aufweisen. Aus evolutionistischer Sicht irrt der Mensch jedoch nicht, sondern seine Betrachtungsweise bestimmter Rätsel und Problematiken erkläre sich durch seine genetische Angepasstheit an seine Umwelt. Diese These ist nur schwierig verifizierbar. Bronner behauptet, es gäbe andere Gründe für die Unzulänglichkeit des menschlichen Gehirns. Er erklärt in seinem Buch z.B., warum ganz New York den Medien und gewissen Politikern glaubte, der Anschlag auf die Twin Tower habe mehrere Tausend Kinder zu Waisen gemacht (der Irrglaube führte zur spontanen Gründung einer karitativen Organisation, die den einsamen Kindern zur Hilfe eilen sollte). Wenige Wochen nach den schrecklichen Vorfällen musste die Times revidieren. Anscheinend gab es kein einziges voll verwaistes Kind, welches also aufgrund des Anschlags beide Eltern verloren habe.
Zurück in den Vorlesungssaal. Desweiteren erhalten die Studierenden Formblätter, deren Namenfelder vor Abgabe zugeklebt werden. Platz für die Dozenten gibt es auch; Quotienten, Note, etc. werden direkt eingetragen. Wirkt alles sehr geplant!

Nach 5 Minuten gab die erste Person ab. Offensichtlich trauen sich selbst verzweifelte Révisionsgegner nicht, zum Spickzettel zu greifen. Ich verfügte über zwei fette Wörterbücher und machte auch konsequent Gebrauch von dieser Hilfe. Nicht frankophone Studierende dürfen Wörterbücher nutzen, "mais pas d'analphabètes", räumte Bronner ein.
Geschrieben wird normalerweise zwei Stunden lang. In den Sozialwissenschaften ist die Entwicklung einer These anhand des gelernten Unterrichtsstoffes gefordert. Anscheinend ist diese Prüfungsform stark in Mode. Doch trifft man häufig auch auf abweichende Formen wie "Multiple Choice" (Seminare) oder "Examen oral". Ich darf schreiben und habe mich quasi absichtlich für theoretisch ausgerichtete Veranstaltungen entschieden. Es folgen also noch 4 Klausuren, eine dieser Prüfungen findet an einem Samstag statt! Genießt das Wetter, je bosse.

Donnerstag, 1. Mai 2008

Vertigo!

I really hate traveling.
It sucks!
It's pretentious and snobbish.
It's running away
it's senseless pollution
cultural transgression
and colonisation.

Image accidentelle

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In Other Wor(l)ds !!

… something to say about France and the French: chic, smart, sexy, bureaucratic, pavements studded with dog poo, baguettes that dry out by lunchtime… (Lonely Planet)

A propos...

Mein Lesestoff

Gérald Bronner
L'empire de l'erreur

Jacques Prévert
Paroles

Anne Guglielmetti
Les pierres d'attente

Christoph Weischer
Sozialforschung

Claude Roy
A la lisière du temps

Musikliste

Thomas Versen
4

Eef Barzelay
Bitter Honey

The Cinematic Orchestra
Ma Fleur

Hot Chip
Made in the Dark

Clem Snide
Soft Spot

Culture de Cafés

Ich weise euch auf folgende Cafés in Strasbourg hin, die ich besucht habe und unglaublich gerne weiterempfehlen möchte: "L'Artichaut" +++ "Le Café des Anges" +++ "La Taverne francaise" +++ "Marché Bar" +++ Le thé des muses +++

Adresse

Studio #252 +++ Résidence universitaire "Les Cattleyas" +++ 2, rue du Vieil Armand +++ 67100 Strasbourg-Neuhof +++ France

Status

Online seit 6264 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 9. Jul, 11:14

Credits

User Status

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