Sonntag, 27. April 2008

Life is good, even if your heart resides in three places

Ich möchte mit wenigen Worten ankündigen, dass ich im Juli nach Indonesien fliege. Ich wurde als Stipendiat für einen zweimonatigen Sprachkurs in Surakarta angenommen! Klappt doch alles irgendwie, wie ich es quasi geplant hatte.

Hier ein Foto, das Eloïsia von Sophie und mir auf der Campuswiese eingefangen hat.
Euer Lukas

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Dienstag, 22. April 2008

Nebel

Es reicht. Ich werde nun den Nebel lichten, der sich auf mein Leben in Strasbourg gelegt hat. Tatsächlich ist es seit meiner Ankunft durchgehend bewölkt, es regnet nicht, aber in ständiger Erwartung eines Regenschauers zu leben, ist nicht besonders gesund.
In Spanien ist es sonniger. Auch in Perpignan scheint offensichtlich häufig die Sonne. Klima und Zivilisation ermöglichen Palmen und Zitruspflanzen. In Perpignan hätte ich studieren können. Doch ich bereue keineswegs, Strasbourg gewählt zu haben. Perpignan ist provinziell und nicht gerade das, was man sich als Standort von seriöser Sozialwissenschaft vorstellt. Besonders nicht, wenn man sich, wie ich, für moderne Anthropologie in urbanen Kulturräumen interessiert.

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Ich war endlich unterwegs und habe viel von Frankreich gesehen. Viel wichtiger noch, ich war stets in direktem Kontakt mit Einheimischen! Sie erzählten mir ihre Vorlieben und Sorgen, führten mich an die schönsten Orte der Region (zum Beispiel die Mittelmeerküste bei Théza) und teilten ihren Musikgeschmack mit mir.

Während meines Flugs nach Barcelona lernte ich einen spanischen Ethnologen kennen, der derzeit Feldforschung in Polen betreibt. Alexis ist außerdem Couchsurfer, multilingual und Fotograf. Sein aktuelles Lieblingsmotiv: Männerhintern mit aufgeklebten Papierfetzen, auf denen die Bezeichnung des Objektes in jeweiliger Sprache geschrieben steht. Er lud mich in seine WG ein und stellte mir Mitbewohner und Freunde vor. Vielleicht wird er mir die Aufnahmen schicken, die er von mir gemacht hat.

Während ich in Barcelona noch in Jugendherbergen unterkam, habe ich für alle folgenden Nächte in Frankreich nicht einen Cent bezahlt. Die Grenze überquerte ich mit einer Amerikanerin, der ich riet, ihren langjährigen Freund zu verlassen. Es war interessant, zu verfolgen, wie die europäische Lebensweise ihre Sicht auf bestimmte Traditionen in den USA verändert haben: "I don't know how it works here, but where I live people marry after university... I dont't feel ready."

Meine Kommilitonin Elo wusste nicht, wann ich ankommen würde. In Toulouse spürte ich, dass ich nicht länger bei völlig Fremden wohnen wollte, zudem interessierte mich das Landleben à Bellou-le-Trichard en Basse-Normandie, von dem mir Elo so viel erzählt hatte. Ich stieg also aus dem Regionalzug und sprach kurz mit ein paar einheimischen Rentnern. Sie beschrieben mir die ungefähre Richtung, denn erstaunlicherweise kannten sie das Dorf mit dem Namen Bellou-le-Trichard nicht besonders gut. Niemand schien bereits dort gewesen zu sein, aber die lokalen Beziehungen, die familiären Verbindungen und vermutlich einige Gerüchte und Sagen reichten aus, um eine vage Erinnerung an den von mir gesuchten Ort aufleben zu lassen. Ich lief ca. 10km mit meinem Rucksack, den Rest der Strecke legte ich als Auto-Stopper zurück. Eine Frau mit zwei Kleinen auf den Rücksitzen nahm mich mit. Das zweite Mitfahrangebot machte mir ein freundlicher Mann, der etwas tollpatschig wirkte. Es stellte sich heraus, dass ihn die Dorfbewohner "Ivre-Mort" nennen. Nach zwei Stunden stand ich vor dem Schild der "Ferme biologique -la Haute Blatrie-" und rief Elo an. Sie schien nicht beschäftigt zu sein, also legte ich auf und betrat das Grundstück.
In den folgenden drei Tagen lernte ich das Geschehen auf dem Bauernhof, ihre Familie, vier Katzen, 60 Kühe, 20 Kälber, ein Hund, unzählige Hühner, Elos Freunde und die cuisine francaise à la campagne kennen.

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Strasbourg langweilt mich deshalb ein wenig.
Aber ich habe viel erlebt.

Dienstag, 8. April 2008

En route

Was bisher geschah...
Babette besuchte mich in Strasbourg.
Wir haben nicht das übliche Touristenprogramm absolviert, sondern nur die schönsten Orte von Strasbourg besucht. Im Park L'Orangerie waren Bänke und Wiesen noch feucht, deshalb frühstückten wir in Eile und gingen durch das jüdische Viertel zurück in die Stadt. Wir hatten eine Stunde, um uns das moderne Museum anzusehen, bevor dort die Türen verriegelt wurden.
Wir waren sowohl bei Elo als auch bei Sophie zu einem legendären "soirrée" eingeladen, mit von der Partie Ludos Instrumente, Bordeaux, Château, Kronenbourg und viele tolle Freunde aus der europäischen Metropole. Babette kam nicht weit mit ihren Englischkenntnissen und ich durfte häufig übersetzen und Bekanntschaften ermöglichen. Avec plaisir!
Ich genoss den Abschied und den Aufbruch, die Gedanken an die bevorstehende Reise nach Barcelona, die südlichen Regionen Frankreichs und die Normandie. Dort werde ich Elo besuchen, bevor das Semester in die Endphase geht. Ich bin noch immer versucht, die Reisewege zu "hitchen", wurde jedoch bereits von zahlreichen Skeptikern desillusioniert. Selbst der Lonely Planet zweifelt an der Geselligkeit der Franzosen am Steuer.

Jetzt bin ich in Münster und habe zahlreiche Begegnungen und Wiedersehen hinter mir. Auf dem Rad von Babette kamen mir einige Freunde, Kommilitonen und Bekannte entgegen. Zwischen Schloss, Mensa und Soziologie-Institut ist das unvermeidlich. Ich habe Lucas, Franziska, Fredi, Christioph, Kathrin, Katha, Romana, Max und Yurdi und viele mehr wiedergesehen und ihre Kurzreporte aufgesogen, viel gelacht und von Strasbourgs Boulevards und seinen fantastischen Bewohnern geschwärmt, Fotos gezeigt und mit Ihnen Deutsch geübt. Nicht nur ich, alle anderen denken plötzlich über das Ende ihrer Studien nach, manche wollten abbrechen, andere müssen umziehen, Sprachen lernen, umdenken und planen; ich brauche ein Stipendium für mein Master-Studium oder eine neue Wohnung, um im Anschluss an das Semester in Strasbourg arbeiten, wurzeln zu können. Alles zieht mich zurück nach Frankreich: Personen, Sprache, Musik und Cuisine.

Peace out to Couch Surfers all around the world! Let's be poetic for a second.
Lukas

Samstag, 29. März 2008

Crédule

Nicht viel zu sagen, heute.
Das Wetter verbessert sich.
Ich verbessere mich.
Was nicht heißt, dass man mich nicht mehr verbessert.
Ich komme bald nach Münster.
Und ich habe gestern zum zweiten Mal in meinem Leben auf einer Sitar gespielt. Grâce à Ludo!
Strasbourg ist die musikalischste Stadt, in der ich je gelebt habe (Festivals, Konzerte, Jamsessions, Musikhochschule, die alte Oper). Während sich studentische Gruppen mit Instrumenten und Gesang beschäftigen, tanzen die Jugendlichen auf den Straßen à la tectonique!

Peace out.

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Donnerstag, 20. März 2008

Treiben lassen

Ich habe mich also treiben lassen.
Ich habe Strasbourg jedoch noch immer nicht verlassen. Viele ERASMUS-Studenten schauen sich die Umgebung an; die Vogesen, das Alsace oder Paris. Strasbourg ist vielfältig und ich habe noch längst nicht alle Cafés, Galerien und Theater gesehen, aber das Interesse an der Region kann ich nachvollziehen. Ich sehne mich vor allem nach Natur, einem Waldgebiet, einem See oder ähnlichen Biotopen. Der Grund meiner Beharrlichkeit, an Ort und Stelle zu bleiben, sind die Menschen, die ich bisher kennengelernt habe.
Wenn ich abends ausgehe, dann häufig mit Marie oder Eloisia. Neuerdings treffe ich Ludo, ein sehr talentierter Gitarrist und passionierter Jazzer à la Manouche. Diesen Stil habe ich an anderer Stelle schon in Ansätzen beschrieben. Sicherlich kann er euch ein genaueres Bild dieser Jazzbranche geben. Mir ist klargeworden, dass Musik internationale Grenzen erreichen kann – beim Erlernen von Tonleitern. Man sollte nicht überrascht sein, dass sich die französische Kultur auch gegen standardisierte Begriffe der musikalischen Harmonielehre wehrt (s. Tonleiter).
Gamme_Fa_majeur
Ich will nicht dem ERASMUS-Profil entsprechen, das hier und in vielen anderen Ländern existiert. Nicht zu Unrecht glaubt man von mir, ich besuchte höchstens vier Vorlesungen, können jeden Abend ausgehen und sei sowieso ständig unterwegs. Es stimmt, ich habe mehr Freizeit als in Münster, wo Nebenjob, Seminare und Hausarbeiten Pflicht sind. Doch ich habe damit im vergangenen Semester angefangen und ich werde auch hier nicht aufhören, produktiv zu sein. Deshalb meide ich die einschlägigen Pubs und lasse mich lieber von der musikalischen Vielfalt den zahlreichen „Boeufs“ (Jamsession) inspirieren. Ich lerne sehr viel von Marie, Sophie, Elo, Léo und Ludo. Ihre Hilfe beim Erlernen dieser fantastischen Sprache ist so unglaublich wertvoll. Dabei scheint ihre Geduld unerschöpflich zu sein, genauso wie ihr Interesse an und Wissen über (Agri-)Kultur, Musik und Studentenleben.

Wie ist es sonst als Ausländer? Gestern noch wurde mir vorgeworfen, der quasi vollkommenen Vernichtung des jüdischen Volks beigeholfen zu haben. Ich wurde vormittags nichtsahnend in eine Diskussion mit einem betrunkenen Typen verwickelt, der behauptete Jude zu sein. Er meine es gut mit mir, gestand er, denn ich sei ein netter Deutscher. Noch in Gedanken an die historische sowie kulturelle Reichweite einer vermeintlichen Kollektivschuld versunken, sprach mich der nächste Betrunkene an und bat mich, ein Lied für ihn auf meiner Gitarre zu spielen. Ich antwortete ziemlich flach und ausweichend minimalistisch: Non. Pardon.
Die Sprache ist hier der Indikator für deine Zugehörigkeit. Ja, die farbigen Menschen an der Supermarktkasse, die Juden im jüdischen Viertel, auch die Inder in ihren Kiosken sprechen tatsächlich Französisch. Doch wenn Daniela ihren italienischen Akzent in der Tram auspackt, hören alle hin und wissen zugleich, dass Daniela frisch ist. Wir leben uns hier ein und bleiben in unseren Köpfen Ausländer, weil wir zurückkehren müssen. Ich spreche von den ERASMUS-Studenten.
Und mir fiel auf, dass es verschiedene Strategien der Integration gibt. Welche Stufen werde ich erreichen, bevor ich mich hier „sicher“ fühle. Sicherheit im Sprachgebrauch, Sicherheit beim französischen Begrüßungszeremonial, Sicherheit im Umgang mit Funktionären, Professoren und Mitstudierenden? Man kann es auch umdrehen: Wann glauben meine Mitmenschen, sich mit Sicherheit bei mir verständlich gemacht zu haben? Wann wird Léonard wirklich denken, dass ich den besten Witz eines modernen Theaterstücks verstanden habe? Mir scheinen folgende Indikatoren wichtig zu sein:
1.Ändern der Benutzersprache von elektronischen Geräten.
2.Französisches Radio hören.
3.Postkarten auf Französisch schreiben.
4.Auf Französisch träumen.
5.Ein gelungenes Kompliment auf Französisch machen.

Ich werde übrigens vom 6. bis 10. April in Deutschland sein (Münster, Köln). A plus!

Sonntag, 16. März 2008

Kleine Pause

Ich habe eine kleine Pause eingelegt und mich etwas abtreiben lassen. Bald mehr von mir, hier.

-tudiants-par-universit-

Sonntag, 9. März 2008

...

Ich könnte ja die hochinteressanten Zahlen einer statistischen Erhebung hinsichtlich der Studentenzahlen im Alsace präsentieren. Tolle Kuchendiagramme, die zeigen, wie groß der Anteil ausländischer Studierender an den Universitäten im Alsace ist.
Aber ich möchte euch von meinem profanen Studentenleben erzählen, also meiner eigenen bescheidenen Empiriearbeit. Ich werde so häufig von Strasbourgeois gefragt, wie mir diese Stadt gefällt: Sie ist wundervoll.
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Was macht diese Stadt so sympathisch? Ich denke, es liegt vor allem an der Ill, dem ewigen Begleiter der Fußgänger und Entdecker der Stadt. Der Fluss schließt das Stadtzentrum ein und ist die Heimat unzähliger weißer Schwäne. Einen schwarzen Schwan habe ich noch nicht gesehen, was nicht bedeutet, dass die Existenz von schwarzen Schwänen auszuschließen ist!
Auf Spaziergängen am Fluss haben mich schon viele fantastische Menschen begleitet. Max und Lisa waren bei mir, Deniz bestaunte die tiefen Brücken, die einen dazu zwingen, eine Weile mit eingezogenem Kopf am Ufer entlang zu laufen. Wenig erfreut war sie über die Quantität der Stadttauben. Allgemein ist Strasbourg reich an Vögeln. Sara hat mich besucht und die Enten gefüttert. Eloïsia brachte mich mehrere Male zur Tramstation und wir bewunderten gemeinsam die alten Fachwerkbauten am südlichen Flussufer. Samia konnte mir historische Einzelheiten über die flussnahen Villen erzählen.
Und tausende Fahrgäste, Studenten, alsacien schwatzende Oldtimer und IPod-Lycéens begleiten mich täglich über die Brücke am Ende des Boulevards de la Victoire. Und auch zwischen dem Théâtre National de Strasbourg und der alten Oper trifft man erneut auf den den 208 km Zufluss des Rheins.
Die Tram besitzt einen gewissen Charme, ähnlich wie in Münster durchschient sie die Innenstadt, überführt an zig Stellen die Ill und kann als quasi historische Facette („Ader“ klingt so scheußlich medizinisch) der Stadt angesehen werden. Trotz ihrer Modernität.

Während einer Party im sechsten Geschoss eines Wohnheims für Doktoranden und Master-Studierenden betrat ich den Balkon des Salons, der es ermöglicht, den Boulevard de la Victoire in seiner ganzen Länge zu erblicken. Natürlich bewegte ich mich mit Widerwillen auf die Plattform, wo geraucht und arg geflirtet wurde. Ich habe verdammte Höhenangst! Aber die Aussicht ist fantastisch. Hier am Laptop sitzend starre ich direkt auf die gegenüberliegende Hausfassade des hässlichen Wohnheims.

Die letzten zwei Wochen vergingen wie im Sturzflug. Ich kenne das Stadtzentrum, einige geniale Bars und habe bereits drei Kinos von Innen gesehen. Ich begeistere mich für den Jazz Manouche, eine arg beschleunigte Form des Bossa Nova, die viele Anhänger unter den Studierenden hat, und sitze häufig auf meiner Bettkante: Mäßig improvisierend, aber die Finger werden schneller. Das muss so sein, wenn ich mit Ludo oder Léonard mithalten will. Natürlich ist meine Begeisterung für die Gitarre auch hier nützlich. Aber interessanterweise wird Gitarrenmusik in Frankreich geradezu mythologisch überhöht. Also werde ich noch einige Abende mit Freunden, viel Wein und Gitarrenmusik verbringen.

Salutations,
Lukas

Dienstag, 12. Februar 2008

Vokabel-Rasa

Dieses Wort ist das arbiträre Resultat meiner Fehlorganisation. Jedenfalls entstand es bei meiner täglichen Vokabelarbeit am Notebook. Mir gefiel der Klang des Wortes und natürlich seine Bedeutung: Ich tippe die Unzahl von neuen Wörtern zwar in die Abbildung eines weißen Blattes auf einem Bildschirm (Tabula), nichtsdestotrotz ist mein Verstand bei diesem Prozess ebenso blank und leer (rasa). Ich eigne mir ein quasi unbekanntes Sprachprogramm an.

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Es reicht ja nicht, eine Sprache zu lernen, indem man existente Vokabeln durch fremde ersetzt. Die Benutzung der französischen Sprache ist aus meiner Sicht viel seltener sinnhaft und logisch als der deutsche Sprachgebrauch. Ein „erreur cognitive“! Wie erkläre ich einem Indonesier den semantischen Unterschied zwischen „durchbringen“ und „erbringen“? Optimal lernte ich also bei der direkten Anwendung, aber noch rede ich sehr wenig auf Französisch.
Da Sprache und Kultur eng verwoben sind und Geschichte besitzen, führen mich Beschriftungen in der Straßenbahn, Schilder an öffentlichen Orten oder Anweisungen vor Supermarkt-Kassen häufig in die Irre. Es gibt manchmal keine logische Erklärung für diesen oder jenen Anwendungsbezug eines Wortes. Deshalb rette ich mich häufig in die Welt der akademischen Begriffe. Vor allem die soziologischen Wörter sind häufig so abstrakt, dass ihre semantischen Mehrdimensionalitäten keinen Unterschied machen. Mit ein bisschen soziologischer Vorbildung macht jeder Satz nach zweimaligem Lesen mer oder weniger Sinn.
Ich denke an Schlüsselwörter wie „processus“ oder „mutuel“.
Ich habe mir bereits drei teure Bücher gekauft, die ich fleißig (einfarbig) bemale und kennzeichne. Sollte mich jemand in Strasbourg besuchen - bitte bring Textmarker in fröhlichen Farben mit. In einem Klassiker der Ethnologie fand ich folgende treffende Beschreibung meines Dilemmas: « Sans m’en rendre toujours compte, je dis ce que je peux avec les moyens linguistiques dont je dispose, non ce que je veux ». Dieses Zitat stammt aus der Einleitung des Buches « Anthropologie structurale » von Claude Lévi-Strauss.
Meine « confusion langagière » wurde mir erst recht deutlich, als ich beabsichtigte, drei Studentinnen auf Englisch anzusprechen. Ihr Dialekt klang durchaus glaubwürdig, ich hielt sie also für Briten. Wie sich herausstellte, hatte ich eine Konversation mit zwei Französinnen und einer Türkin begonnen, allesamt Studentinnen der Anglistik. Eine merkwürdige Situation: Ich erkannte schnell, dass wir beim Englisch bleiben würden, was mir auch eigentlich recht war. Gleichzeitig schämte ich mich, weil ich in dieses Land gekommen war, um Französisch zu sprechen. Zum Schluss verabschiedeten wir uns mit einem gekonnten „Good bye“ und ich war wieder alleine. Viel schlimmer: Die Plage der retrospektiven Betrachtung eines Gespräches befiel mich. Was hätte ich anders sagen können, was hätte ich auf Französisch geschafft?
Im Radio läuft gerade zwischen Jazzklassikern ein Song des aktuellen Albums von LCD Soundsystem. In welchem System bin ich gelandet? Um euch den abrupten Bruch in meiner Biographie, nennen wir es „Lebensweise“, zu verdeutlichen, muss ich folgende Tatsachen konstatieren:
1. Ich habe keine Verabredungen.
2. Ich lebe alleine.
3. Ich trinke Instant-Kaffee.
4. Ich gehe früh ins Bett.
5. Ich benutze kein Fahrrad.

Dieser Wendepunkt scheint eine Notwendigkeit zu sein, denn heute Morgen entdeckte ich eine weiße Strähne in meiner Haarpracht. Ich wiederhole: Strähne. Irgendwie muss ich viel Stress gehabt haben in den vergangenen sechs Monaten.

Image accidentelle

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In Other Wor(l)ds !!

… something to say about France and the French: chic, smart, sexy, bureaucratic, pavements studded with dog poo, baguettes that dry out by lunchtime… (Lonely Planet)

A propos...

Mein Lesestoff

Gérald Bronner
L'empire de l'erreur

Jacques Prévert
Paroles

Anne Guglielmetti
Les pierres d'attente

Christoph Weischer
Sozialforschung

Claude Roy
A la lisière du temps

Musikliste

Thomas Versen
4

Eef Barzelay
Bitter Honey

The Cinematic Orchestra
Ma Fleur

Hot Chip
Made in the Dark

Clem Snide
Soft Spot

Culture de Cafés

Ich weise euch auf folgende Cafés in Strasbourg hin, die ich besucht habe und unglaublich gerne weiterempfehlen möchte: "L'Artichaut" +++ "Le Café des Anges" +++ "La Taverne francaise" +++ "Marché Bar" +++ Le thé des muses +++

Adresse

Studio #252 +++ Résidence universitaire "Les Cattleyas" +++ 2, rue du Vieil Armand +++ 67100 Strasbourg-Neuhof +++ France

Status

Online seit 6265 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 9. Jul, 11:14

Credits

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