Was macht er da?
Darf ich kurz den aktuellen Header meines Blogs erklären? Es handelt sich um den wunderschönen Rock von Sérène, die bei Sophies letzter Hausparty anwesend war. Die Rechte erhielt ich von Eloisia, das Model wurde jedoch nicht um Erlaubnis gefragt. Aber wer sich in die Öffentlichkeit begibt, darf sich nicht wundern, auch beobachtet zu werden.
Alles, was in der Öffentlichkeit geschieht, darunter fallen Café-Besuche, Fußballspiele im Park, die Benutzung von Münztelefonen usw., kann beobachtet werden. Und beobachtet wird ständig. Geschieht es jedoch unter Berücksichtigung bestimmter Regeln, wird also systematisch beobachtet, dann kann es sich um eine ethnographische Beobachtung handeln. Auch CouchSurfer treffen sich in aller Öffentlichkeit, in Bars, auf Universitätswiesen oder zum Pokern. Um letztere Form der Interaktion beobachten zu können, muss man jedoch eingeladen werden. Sollte der Austragungsort die Wohngemeinschaft des Gastgebers sein. Wird zwischen Tresen und Kundentoilette gepokert, braucht der Ethnologe keine offizielle Einladung. Interessant ist, dass diese Meetings vorrangig vollkommen informell sind; jeder kann kommen, jeder bekommt die Chance, sich vorzustellen und die Sympathie der anderen zu erwerben. Ich habe noch immer keinem Meeting beigewohnt, treffe jedoch ständig CouchSurfer. Dann jedoch meistens für intimere Gespräche, denn Intimitäten werden meistens face-to-face ausgetauscht, trotz aller Offenheit der Mitglieder. Das nötige Vertrauen für einen verbalen Austausch muss erst aufgebaut werden - beispielsweise beim typischen Hosting, also wenn ein CouchSurfer einen Reisenden für ein bis zwei Nächte beherbergt. Zu dieser Austauschsituation hat der Ethnologe keinen Zugang, alle Inhalte der intimen Diskussion dürfen nicht veröffentlich werden, aus forschungsethischen Gründen. Und weil das einfach nicht das Bier des Forschers ist.
Wieso mache ich mir diese Gedanken? Weil ich mich meinem ersten Forschungsterrain nähere, gedanklich wie auch physisch. Das Terrain konstituiert sich aus einer virtuellen Komponente, das Internetnetzwerk, und der Realität seiner Mitglieder. Ähnlich wie die Forscherin Paula Bialski, deren Master-Arbeit eine ethnographisch-soziologische Analyse dieser neuen Form des Tourismus darstellt, möchte ich methodologisch offen an die Untersuchung herangehen. CouchSurfing bedient sich einer modernen Technologie, aber ist viel mehr als ein virtuelles Netzwerk von sozialen Verbindungen und Freundschaften. Der wahre Austausch findet nachts, bei langen Gesprächen, morgens, beim gemeinsamen Frühstück oder abends, bei einem kühlen Bier in der Lieblingskneipe statt. Bevor der Besucher die Intimssphäre, die Mentalität seines Gastgebers und womöglich seine Sorgen kennenlernt, muss der Gastgeber den Besucher als glaubwürdig und vertrauensvoll einstufen. Diese Vorbereitung erfolgt unter Verwendung der vom Besucher veröffentlichten Charakteristik seiner Person, auf Grundlage dessen der Empfänger eine Entscheidung trifft. Der erste Akt des Vertrauens findet also (mit Ausnahmen) online statt. Die Auswahl der Methoden müssen also den unterschiedlichen Rahmenbedingungen in Internet und Realität Rechnung tragen.
Dieser reflexive Abstract soll neugierig auf die Resultate meiner Feldforschung machen.
Ich weise darüber hinaus auf neue Links in der rechten Spalte hin - direkt unter dem Wetter-Ticker: Triin's personal account of Strasbourg, Frieda's tales of love between the electro-waves and Paula Bialski's theory of Intimate Tourism!
Alles, was in der Öffentlichkeit geschieht, darunter fallen Café-Besuche, Fußballspiele im Park, die Benutzung von Münztelefonen usw., kann beobachtet werden. Und beobachtet wird ständig. Geschieht es jedoch unter Berücksichtigung bestimmter Regeln, wird also systematisch beobachtet, dann kann es sich um eine ethnographische Beobachtung handeln. Auch CouchSurfer treffen sich in aller Öffentlichkeit, in Bars, auf Universitätswiesen oder zum Pokern. Um letztere Form der Interaktion beobachten zu können, muss man jedoch eingeladen werden. Sollte der Austragungsort die Wohngemeinschaft des Gastgebers sein. Wird zwischen Tresen und Kundentoilette gepokert, braucht der Ethnologe keine offizielle Einladung. Interessant ist, dass diese Meetings vorrangig vollkommen informell sind; jeder kann kommen, jeder bekommt die Chance, sich vorzustellen und die Sympathie der anderen zu erwerben. Ich habe noch immer keinem Meeting beigewohnt, treffe jedoch ständig CouchSurfer. Dann jedoch meistens für intimere Gespräche, denn Intimitäten werden meistens face-to-face ausgetauscht, trotz aller Offenheit der Mitglieder. Das nötige Vertrauen für einen verbalen Austausch muss erst aufgebaut werden - beispielsweise beim typischen Hosting, also wenn ein CouchSurfer einen Reisenden für ein bis zwei Nächte beherbergt. Zu dieser Austauschsituation hat der Ethnologe keinen Zugang, alle Inhalte der intimen Diskussion dürfen nicht veröffentlich werden, aus forschungsethischen Gründen. Und weil das einfach nicht das Bier des Forschers ist.
Wieso mache ich mir diese Gedanken? Weil ich mich meinem ersten Forschungsterrain nähere, gedanklich wie auch physisch. Das Terrain konstituiert sich aus einer virtuellen Komponente, das Internetnetzwerk, und der Realität seiner Mitglieder. Ähnlich wie die Forscherin Paula Bialski, deren Master-Arbeit eine ethnographisch-soziologische Analyse dieser neuen Form des Tourismus darstellt, möchte ich methodologisch offen an die Untersuchung herangehen. CouchSurfing bedient sich einer modernen Technologie, aber ist viel mehr als ein virtuelles Netzwerk von sozialen Verbindungen und Freundschaften. Der wahre Austausch findet nachts, bei langen Gesprächen, morgens, beim gemeinsamen Frühstück oder abends, bei einem kühlen Bier in der Lieblingskneipe statt. Bevor der Besucher die Intimssphäre, die Mentalität seines Gastgebers und womöglich seine Sorgen kennenlernt, muss der Gastgeber den Besucher als glaubwürdig und vertrauensvoll einstufen. Diese Vorbereitung erfolgt unter Verwendung der vom Besucher veröffentlichten Charakteristik seiner Person, auf Grundlage dessen der Empfänger eine Entscheidung trifft. Der erste Akt des Vertrauens findet also (mit Ausnahmen) online statt. Die Auswahl der Methoden müssen also den unterschiedlichen Rahmenbedingungen in Internet und Realität Rechnung tragen.
Dieser reflexive Abstract soll neugierig auf die Resultate meiner Feldforschung machen.
Ich weise darüber hinaus auf neue Links in der rechten Spalte hin - direkt unter dem Wetter-Ticker: Triin's personal account of Strasbourg, Frieda's tales of love between the electro-waves and Paula Bialski's theory of Intimate Tourism!
Neufundlukas - 10. Jun, 20:24