Les finitions...
... de mon semestre à Strasbourg.
Eigentlich ist die heiße Endphase schon vorbei. Ich spreche von den Prüfungen und Klausuren, welche hauptsächlich im Mai von den französischen Studierenden absolviert werden. Nach fünf Prüfungen habe ich alle Leistungen erbracht, die ich mir vorgenommen hatte. J'ai fini. Aber wer weiß, was mich im letzten Monat noch erwartet. Aufgaben und Herausforderungen tauchen ohnehin irgendwann auf. Derzeit bereite ich mich auf eine kleine Feldforschung ("Couchsurfing") vor, doch zu Thema und Durchführung bald mehr.
In diesem Beitrag möchte ich etwas genauer auf die Prüfungsmodalitäten an der Université Marc Bloch eingehen. Wie wird geprüft, wie schwierig schätze ich die Prüfungsinhalte ein, wie wird benotet?
Ich habe an vier schriftlichen Prüfungen teilgenommen. Da manche Seminare von zwei Dozenten mit unterschiedlichen thematischen Spezialgebieten konzipiert und durchgeführt wurden, wird zumeist eine "Dissertation", also eine Art Essai, zu beiden Schwerpunkten erwartet. So erlebt im gestrigen "Oral" unter Leitung der Professoren Somet und Navet. Diese mündliche, ca. 40 minütige Prüfung habe ich mit der Note 11 bestanden. Zur Erklärung: Die Bewertung richtet sich nach dem Notensystem: 0-20; je höher, desto erfolgreicher. Alle schriftlichen Prüfungen, an denen ich teilgenommen habe, dauerten 2 Stunden. Ein Blick auf die Terminliste für die Examen in den Semestern 1-6 zeigt, dass zweistündige Prüfungen üblich sind, 2 Stunden also der Modalwert ist und nur selten von dieser Richtzeit abgewichen wird (evtl. bei Sprachkursen oder Statistikklausuren). In zwei Stunden schreibe ich ca. 4 Seiten, welche genau einen Bogen füllen. Persönlichen Umfragen zufolge ist das gar nicht mal wenig, sondern vielmehr eine normale Länge.
Wie ich bereits erwähnte, wird auf zur Verfügung gestellte Standardbögen geschrieben, welche ein hohes Maß an Objektivität der Benotung sichern, da Name und Matrikelnummer bei der Korrektur nicht eingesehen werden können. Diese Prozedur hatte ich anfänglich nicht ganz verstanden, somit werden meine Dozenten vorm Korrigieren nicht wissen, dass der Verfasser ERASMUS-Student ist. Die wichtige Information befindet sich nämlich dummerweise direkt unter meinem Namen. Fehler und Art der Ausführungen werden jedoch alsbald verdeutlichen, dass der Prüfling nicht der französischen Sprache mächtig und höchst freundlich zu bewerten ist...

Voici die Aufgabenstellung von Madame Clerc-Renaud, dessen Seminar über Verwandtschaftsethnologie ich besuchen durfte. Eine etwas hektische Dame mittleren Alters mit der seltenen Fähigkeit, die Aufmerksamkeit aller Besucher eines Seminars für pausenlose zwei Stunden auf sich zu ziehen. Ihre Analysen sind interessant, fundiert und humorvoll. Dementsprechend viel erwartet sie scheinbar von ihren Prüflingen. Die Klausur war mit Abstand die schwerste meiner Studien und ich am schlechtesten vorbereitet - zur Verteidigung möchte ich auf das Blockseminar in Münster hinweisen sowie die Lernstrapazen angesichts der für den nächsten Tag anberaumten mündlichen Prüfung. Auch Sophie und Elo verließen den riesigen Vorlesungssaal, in welchem zeitgleich Teilnehmer anderer Seminare geprüft wurden, mit Kopfschmerzen. Den Studierenden wird viel Spielraum gelassen, jedoch muss man über ein großes theoretisches Wissen verfügen sowie zahlreiche Beispiele kennen, um adäquat auf die Fragen antworten zu können.
Die erwähnte Dozentin betreut ebenfalls Sophie und Elo bei der Fertigstellung ihres License-Mémoirs (der BA-Arbeit). Die Themen dieser Feldforschungs-Resulate nur am Rande: "Transmission des savoirs et techniques des luthiers pratiquant à Strasbourg" und "Pratiques funéraires à Strasbourg" (leider nur grobe Beschreibung).
Noten erfahre ich leider erst im Juni, aber selbstverständlich werde ich das Minimum an Punkten für die Anerkennung meines ERASMUS-Studiums erreichen... Ich bin sehr zufrieden mit den bisherigen Leistungen und ich berücksichtige dabei die Freiheiten, die ich mir hier als Student, auch in der Lernphase, gerne genommen habe.
Eigentlich ist die heiße Endphase schon vorbei. Ich spreche von den Prüfungen und Klausuren, welche hauptsächlich im Mai von den französischen Studierenden absolviert werden. Nach fünf Prüfungen habe ich alle Leistungen erbracht, die ich mir vorgenommen hatte. J'ai fini. Aber wer weiß, was mich im letzten Monat noch erwartet. Aufgaben und Herausforderungen tauchen ohnehin irgendwann auf. Derzeit bereite ich mich auf eine kleine Feldforschung ("Couchsurfing") vor, doch zu Thema und Durchführung bald mehr.
In diesem Beitrag möchte ich etwas genauer auf die Prüfungsmodalitäten an der Université Marc Bloch eingehen. Wie wird geprüft, wie schwierig schätze ich die Prüfungsinhalte ein, wie wird benotet?
Ich habe an vier schriftlichen Prüfungen teilgenommen. Da manche Seminare von zwei Dozenten mit unterschiedlichen thematischen Spezialgebieten konzipiert und durchgeführt wurden, wird zumeist eine "Dissertation", also eine Art Essai, zu beiden Schwerpunkten erwartet. So erlebt im gestrigen "Oral" unter Leitung der Professoren Somet und Navet. Diese mündliche, ca. 40 minütige Prüfung habe ich mit der Note 11 bestanden. Zur Erklärung: Die Bewertung richtet sich nach dem Notensystem: 0-20; je höher, desto erfolgreicher. Alle schriftlichen Prüfungen, an denen ich teilgenommen habe, dauerten 2 Stunden. Ein Blick auf die Terminliste für die Examen in den Semestern 1-6 zeigt, dass zweistündige Prüfungen üblich sind, 2 Stunden also der Modalwert ist und nur selten von dieser Richtzeit abgewichen wird (evtl. bei Sprachkursen oder Statistikklausuren). In zwei Stunden schreibe ich ca. 4 Seiten, welche genau einen Bogen füllen. Persönlichen Umfragen zufolge ist das gar nicht mal wenig, sondern vielmehr eine normale Länge.
Wie ich bereits erwähnte, wird auf zur Verfügung gestellte Standardbögen geschrieben, welche ein hohes Maß an Objektivität der Benotung sichern, da Name und Matrikelnummer bei der Korrektur nicht eingesehen werden können. Diese Prozedur hatte ich anfänglich nicht ganz verstanden, somit werden meine Dozenten vorm Korrigieren nicht wissen, dass der Verfasser ERASMUS-Student ist. Die wichtige Information befindet sich nämlich dummerweise direkt unter meinem Namen. Fehler und Art der Ausführungen werden jedoch alsbald verdeutlichen, dass der Prüfling nicht der französischen Sprache mächtig und höchst freundlich zu bewerten ist...

Voici die Aufgabenstellung von Madame Clerc-Renaud, dessen Seminar über Verwandtschaftsethnologie ich besuchen durfte. Eine etwas hektische Dame mittleren Alters mit der seltenen Fähigkeit, die Aufmerksamkeit aller Besucher eines Seminars für pausenlose zwei Stunden auf sich zu ziehen. Ihre Analysen sind interessant, fundiert und humorvoll. Dementsprechend viel erwartet sie scheinbar von ihren Prüflingen. Die Klausur war mit Abstand die schwerste meiner Studien und ich am schlechtesten vorbereitet - zur Verteidigung möchte ich auf das Blockseminar in Münster hinweisen sowie die Lernstrapazen angesichts der für den nächsten Tag anberaumten mündlichen Prüfung. Auch Sophie und Elo verließen den riesigen Vorlesungssaal, in welchem zeitgleich Teilnehmer anderer Seminare geprüft wurden, mit Kopfschmerzen. Den Studierenden wird viel Spielraum gelassen, jedoch muss man über ein großes theoretisches Wissen verfügen sowie zahlreiche Beispiele kennen, um adäquat auf die Fragen antworten zu können.
Die erwähnte Dozentin betreut ebenfalls Sophie und Elo bei der Fertigstellung ihres License-Mémoirs (der BA-Arbeit). Die Themen dieser Feldforschungs-Resulate nur am Rande: "Transmission des savoirs et techniques des luthiers pratiquant à Strasbourg" und "Pratiques funéraires à Strasbourg" (leider nur grobe Beschreibung).
Noten erfahre ich leider erst im Juni, aber selbstverständlich werde ich das Minimum an Punkten für die Anerkennung meines ERASMUS-Studiums erreichen... Ich bin sehr zufrieden mit den bisherigen Leistungen und ich berücksichtige dabei die Freiheiten, die ich mir hier als Student, auch in der Lernphase, gerne genommen habe.
Neufundlukas - 22. Mai, 13:51