"Broken from the weekend, but in an exceedingly satisfactory way"
Ich bin zurück von einem besonderen Wochenende in Heidelberg. Das "Feld" hat mich kalt erwischt, ich bin müde, pleite und zittrig. Die letzten Nächte waren kurz und boten wenig Möglichkeit zur Erholung. Der Titel dieses Beitrags beschreibt den Gefühlszustand von Clarissa im Anschluss an dieses Wochenende.
Sie hat die 4 Tage in der Rolle des Host erlebt, d.h. sie hat es ihren Besuchern so bequem wie möglich gemacht, Aufgaben und Pflichten zurückgestellt und versucht, so viel Zeit wie möglich mit den CouchSurfern vor Ort zu verbringen. Ich hatte eine doppelte Mission in Heidelberg: Ich erlebte das Wochenende zunächst aus der Perspektive des Surfers. Für mich bedeutete dies aber sowohl eine spannende Zeit voller Entdeckungen und Unternehmungen mit ihr und dem zweiten Besucher, Peter, als auch das Vorhaben, diese Erlebnisse später zu dokumentieren, reflektieren und in die Beobachtungsanalyse mit einfließen zu lassen.
Erschwerend kam hinzu, dass ich zeitgleich am facettenreichen Symposium der Heidelberger Ethnologie-Studierenden teilnahm. Als Besucher der Vorträge und Events war ich tagsüber zumeist beschäftigt und stieß so abends zu den ausgelassenen Surfern der Stadt und ihren Gästen hinzu. Clarissa, Peter und ich unternahmen jeweils Samstag- und Sonntagabend lange Kneipentouren, kehrten also spät in ihre Wohnung in HD-Kirchheim zurück. Dementsprechend erledigt bestritt ich die Diskussionsrunden und Unternehmungen rund ums Thema: "Ethnologie. Grenzenlos?" des Symposiums. Nichtsdestotrotz erlebte ich dieses Wochenende sehr intensiv. Gerade weil ich ständig unterwegs war, animiert von methodologischen Debatten des Vormittags, die plötzlich direkte Relevanz erhielten, sobald ich abends erneut in die Gemeinschaft der CouchSurfer aufgenommen wurde.
Ich verneige mich vor der lokalen Community, welche den Surfern, (Stadtbummler, Backpacker, Radfahrer etc.) alles bietet; von heimatkundlichem Wissen, über Lebenserfahrung bis hin zu Gesellschaft bei Kneipentouren. Vor allem möchten die Locals Zeit mit ihren Gästen verbringen, Geschichten hören und erzählen, gemeinsam von der freien Zeit am Wochenende profitieren. Clarissa und ich verbrachten den ersten Abend nach einem deprimierenden Fußballspiel bei ihr, tranken am Folgetag gemeinsam Kaffee, probierten bizarre Kleidungsstücke bei American Apparell an und frühstückten am Sonntag Morgen mit einigen anderen CouchSurfern bei Diana, verantwortungsbewusste Drahtzieherin ("Ambassador") der regelmäßigen Aktivitäten der Gruppe.
Bald wussten die Surfer von meiner zweiten Identität als Forscher. Sie reagierten neugierig und kooperativ. So konnte ich die Umfrage beginnen. Der Fragebogen umfasst mittlerweile 3 Seiten, da ich Open-End Fragen hinzugefügt habe: Ich hoffe, bald einen Überblick über die Motivation sowie Wohnsituation einiger Surfer erstellen zu können. Letztendlich musste ich davon absehen, Fragebögen lediglich in Strasbourg zu verteilen (begrenzte Population), denn auf diese Weise würde die Zahl der auswertbaren Fragebögen erheblich sinken.
Mit diesen Überlegungen beende ich diese unbefriedigende Rekonstruktion des Wochenendes. Das Foto zeigt die Gruppe am Spätabend nach dem verlorenen Match gegen Kroatien.

Die Niederlage konnte jene Reisenden aus den USA, Neuseeland, Australien und Canada und mir nicht den Abend vermiesen, so unterhielt ich mich anschließend mit Brett und Phil über die miese und erfolgslose Ureinwohner-Politik der kanadischen sowie australischen Regierung. Was mich erneut überraschte, ist die Spontaneität dieser kurzweiligen Beziehungen. Die Themen wechselten rasand, doch immer konnte jemand etwas zur gruppeninternen Diskussion beitragen. Haben wir doch alle auf dem gleichen Gebiet, nämlich interkultureller Austausch, wichtige Erfahrungen gesammelt.
Das Thema meiner Feldforschung stieß bei den Ethnologen und Kulturwissenschaftlern auf Neugierde und moderatem bis starken Interesse. Ich sprach mit Nadia Munter, einer Ethnologiestudentin aus Wien, deren Magister-Arbeit über Kletter- und Extremsporttourismus aus anthropologischer Sicht voraussichtlich im kommenden Winter veröffentlicht wird. Persönliches Fazit des Ethnologie-Symposiums: Die Studierenden vernetzen sich, ebenso wie ihr Untersuchungsgegenstand, der sich zunehmend im eigenen Umfeld bewegt. Die Ethnologie kann durchaus Phänomene der Moderne untersuchen und wichtige Erkenntnisse in die Debatte über Globalisierung und Identität in der multikulturellen Gesellschaft einspeisen!
Sie hat die 4 Tage in der Rolle des Host erlebt, d.h. sie hat es ihren Besuchern so bequem wie möglich gemacht, Aufgaben und Pflichten zurückgestellt und versucht, so viel Zeit wie möglich mit den CouchSurfern vor Ort zu verbringen. Ich hatte eine doppelte Mission in Heidelberg: Ich erlebte das Wochenende zunächst aus der Perspektive des Surfers. Für mich bedeutete dies aber sowohl eine spannende Zeit voller Entdeckungen und Unternehmungen mit ihr und dem zweiten Besucher, Peter, als auch das Vorhaben, diese Erlebnisse später zu dokumentieren, reflektieren und in die Beobachtungsanalyse mit einfließen zu lassen.
Erschwerend kam hinzu, dass ich zeitgleich am facettenreichen Symposium der Heidelberger Ethnologie-Studierenden teilnahm. Als Besucher der Vorträge und Events war ich tagsüber zumeist beschäftigt und stieß so abends zu den ausgelassenen Surfern der Stadt und ihren Gästen hinzu. Clarissa, Peter und ich unternahmen jeweils Samstag- und Sonntagabend lange Kneipentouren, kehrten also spät in ihre Wohnung in HD-Kirchheim zurück. Dementsprechend erledigt bestritt ich die Diskussionsrunden und Unternehmungen rund ums Thema: "Ethnologie. Grenzenlos?" des Symposiums. Nichtsdestotrotz erlebte ich dieses Wochenende sehr intensiv. Gerade weil ich ständig unterwegs war, animiert von methodologischen Debatten des Vormittags, die plötzlich direkte Relevanz erhielten, sobald ich abends erneut in die Gemeinschaft der CouchSurfer aufgenommen wurde.
Ich verneige mich vor der lokalen Community, welche den Surfern, (Stadtbummler, Backpacker, Radfahrer etc.) alles bietet; von heimatkundlichem Wissen, über Lebenserfahrung bis hin zu Gesellschaft bei Kneipentouren. Vor allem möchten die Locals Zeit mit ihren Gästen verbringen, Geschichten hören und erzählen, gemeinsam von der freien Zeit am Wochenende profitieren. Clarissa und ich verbrachten den ersten Abend nach einem deprimierenden Fußballspiel bei ihr, tranken am Folgetag gemeinsam Kaffee, probierten bizarre Kleidungsstücke bei American Apparell an und frühstückten am Sonntag Morgen mit einigen anderen CouchSurfern bei Diana, verantwortungsbewusste Drahtzieherin ("Ambassador") der regelmäßigen Aktivitäten der Gruppe.
Bald wussten die Surfer von meiner zweiten Identität als Forscher. Sie reagierten neugierig und kooperativ. So konnte ich die Umfrage beginnen. Der Fragebogen umfasst mittlerweile 3 Seiten, da ich Open-End Fragen hinzugefügt habe: Ich hoffe, bald einen Überblick über die Motivation sowie Wohnsituation einiger Surfer erstellen zu können. Letztendlich musste ich davon absehen, Fragebögen lediglich in Strasbourg zu verteilen (begrenzte Population), denn auf diese Weise würde die Zahl der auswertbaren Fragebögen erheblich sinken.
Mit diesen Überlegungen beende ich diese unbefriedigende Rekonstruktion des Wochenendes. Das Foto zeigt die Gruppe am Spätabend nach dem verlorenen Match gegen Kroatien.

Die Niederlage konnte jene Reisenden aus den USA, Neuseeland, Australien und Canada und mir nicht den Abend vermiesen, so unterhielt ich mich anschließend mit Brett und Phil über die miese und erfolgslose Ureinwohner-Politik der kanadischen sowie australischen Regierung. Was mich erneut überraschte, ist die Spontaneität dieser kurzweiligen Beziehungen. Die Themen wechselten rasand, doch immer konnte jemand etwas zur gruppeninternen Diskussion beitragen. Haben wir doch alle auf dem gleichen Gebiet, nämlich interkultureller Austausch, wichtige Erfahrungen gesammelt.
Das Thema meiner Feldforschung stieß bei den Ethnologen und Kulturwissenschaftlern auf Neugierde und moderatem bis starken Interesse. Ich sprach mit Nadia Munter, einer Ethnologiestudentin aus Wien, deren Magister-Arbeit über Kletter- und Extremsporttourismus aus anthropologischer Sicht voraussichtlich im kommenden Winter veröffentlicht wird. Persönliches Fazit des Ethnologie-Symposiums: Die Studierenden vernetzen sich, ebenso wie ihr Untersuchungsgegenstand, der sich zunehmend im eigenen Umfeld bewegt. Die Ethnologie kann durchaus Phänomene der Moderne untersuchen und wichtige Erkenntnisse in die Debatte über Globalisierung und Identität in der multikulturellen Gesellschaft einspeisen!
Neufundlukas - 15. Jun, 19:38